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Vorstoss für ein Freiwilliges Vor-Kindergartenjahr

Das Lernen und Werden des Kindes entwickeln sich im Wechselspiel zwischen Veranlagung und sozialem Umfeld. Das Lernen beginnt ab Geburt. Ab dem 3. Lebensjahr rückt das Zusammensein mit anderen Kindern ins Zentrum des kindlichen Interesses.

Viele Eltern ermöglichen ihren Kindern deshalb den Besuch einer Kindertagesstätte oder einer zeitlich etwas umfassenderen Spielgruppe. Der Besuch dieser Angebote ist für Familien mit mittleren und tiefen Einkommen teuer. Das führt dazu, dass diese Einrichtungen zunehmend von Kindern besucht werden, deren Eltern über ein hohes Bildungsbewusstsein und genügend finanzielle Mittel verfügen. Eine solche Entwicklung ist aus der Sicht der Chancengleichheit fatal.

Impulse zur gewaltfreien Erziehung

Am 30. April findet der von verschiedenen Organisationen unterstützte «No Hitting Day» statt. An diesem Tag sind weltweit Aktionen geplant, welche die Diskussion über das leider zu oft tabuisierte Thema der Gewalt in der Erziehung auslösen wollen. Die Stiftung Kinderschutz Schweiz nimmt diesen Tag zum Anlass, um auf die gewaltfreie Erziehung aufmerksam zu machen. Denn Gewalt hat in der Erziehung nichts zu suchen: weder physische noch psychische Gewalt. Dass Eltern mal an ihre Grenzen kommen, ist verständlich. Aber es müssen andere Wege als Schläge oder Anschreien gefunden werden.

Zur Anregung der Diskussion finden Sie im Anhang von der Stiftung Kinderschutz Schweiz ausgearbeitete Materialien zum herunterladen. Machen Sie aktiv mit und helfen Sie die Impulse zu verbreiten.

Wir freuen uns auch über weitere Ideen und eine Rückmeldung zu den gemachten Erfahrungen. Helfen Sie mit, das Tabu zu brechen. Darüber reden, ist ein erster wichtiger Schritt!

Das Projekt «Starke Eltern - Starke Kinder®» stösst in der Romandie auf Interesse

Anfang April traf sich die Programmleiterin von «Starke Eltern - Starke Kinder®», Petra Gerster, mit Netzwerkpartnern in der Romandie, mit dem Ziel Anknüpfungspunkte für das Programm «Starke Eltern - Starke Kinder®» in der Romandie zu finden. Und der Auftakt ist geglückt. Dazu Petra Gerster: «Ich bin mit meinen Ideen auf offene Ohren gestossen und habe viel Interesse gespürt, unser Angebot in den nächsten Jahren schrittweise auch in der Romandie zu entwickeln.»

Mittlerweile wurden erste Unterlagen des Elternkurses übersetzt und ein erster französischsprachiger Elternkurs wird über die Volkshochschule Biel bereits in der zweiten Jahreshälfte ausgeschrieben. Weitere Schritte folgen schon bald.

Für Fragen uns Auskünfte wenden Sie sich an: Petra Gerster, Stiftung Kinderschutz Schweiz. (Petra.Gerster@kinderschutz.ch). 

Neues Angebot: Lunch-Kino bei der Stiftung Kinderschutz Schweiz

Es gibt sehr viele gute Filme, die sich mit Fragen des Kinderschutzes befassen, aber leider finden diese noch zu selten ihr Publikum von Fachpersonen. Die Stiftung Kinderschutz Schweiz möchte nun mit dem neuen Angebot «Lunchkino» einen Beitrag dazu leisten, diesen Filmen eine Plattform zu geben. Einmal im Monat visionieren die Mitarbeiterinnen der Stiftung Kinderschutz Schweiz über Mittag einen Film und laden zu einem offenen Meinungsaustausch zum Thema ein. Diese informelle Veranstaltung ist offen für alle Interessierten. Nächster Termin: 25. Mai 2012. Gezeigt wird der Film «Familienszenen - Wege aus der Gewalt» (Teil 4: Meine Kinder sollen es besser haben als ich).  Details zu den Veranstaltungen und das Programm des 1. Halbjahres 2012 finden Sie im Anhang. Wir freuen uns auf zahlreiche Gäste und anregende Diskussionen!

Optimus-Studie: Sexuelle Übergriffe sind für viele Schweizer Kinder und Jugendliche bittere Realität!

Sexuelle Übergriffe sind für viele Schweizer Kinder und Jugendliche bittere Realität: So geben laut der eben veröffentlichten Studie 22 Prozent der Mädchen und 8 Prozent der Jungen an, schon mindestens einmal einen sexuellen Übergriff erlebt zu haben, bei dem es zu körperlichem Kontakt kam. Von den betroffenen Jugendlichen suchen aber nur gerade drei bis fünf Prozent professionelle Hilfe oder melden den Missbrauch. Die Folge: eine sehr hohe Dunkelziffer. Die repräsentative Studie der Optimus-Foundation, die rund 6700 Jugendliche erfasste, zeigt deutlich auf, dass die Mehrheit der Täter gleichaltrig, männlich, in einer intimen Beziehung mit dem Opfer oder ein Kollege des Opfers ist. Und fast jedes dritte Mädchen und etwa jeder zehnte Knabe sind von sexuellen Übergriffen via elektronische Medien betroffen.

Die Stiftung Kinderschutz Schweiz ist von den Ergebnissen der Studie nicht überrascht, begrüsst aber die Tatsache, endlich über aktuelle Zahlen und Statistiken zu verfügen. Dazu Myriam Caranzano, Kinderärztin und Stiftungsrätin der Stiftung Kinderschutz Schweiz: «Wenn ich sehe, auf wie viele Fälle wir bei unserer Arbeit stossen, so erstaunen mich die Zahlen der Optimus Studie nicht. Jetzt kann wirklich niemand mehr behaupten, wir hätten kein Problem mit Gewalt gegen Kinder.»

Unverjährbarkeit: Altersgrenze bei zwölf Jahren

Sexueller Missbrauch von Kindern darf nicht mehr verjähren, so entschied das Stimmvolk vor drei Jahren. Der Nationalrat hat nun als Erstrat definiert, in welchen Fällen sexuelle Straftaten an Kindern nicht verjährbar sein sollen. Dabei hat er die Alterslimite der Opfer bei 12 Jahren festgesetzt, was den Empfehlungen der Stiftung Kinderschutz Schweiz entspricht.

Der unbestimmte Begriff «Kinder vor der Pubertät» benötigt im Interesse der Rechtssicherheit und einer einheitlichen Rechtsanwendung dringend eine konkrete Alterslimite. Mit der Festsetzung auf 12 Jahre wird nun aus Sicht von Ronja Tschümperlin, Leiterin der Fachstelle ECPAT Switzerland, ein guter Weg eingeschlagen. «Es ist immer schwierig sich auf ein Alter festzulegen, da die sexuelle Entwicklung in der Pubertät unterschiedlich verläuft. Aber mit der durchschnittlichen Altersgrenze bei 12 Jahren wird aus entwicklungspsychologischer Sicht ein angemessenes Alter festgelegt», ist Ronja Tschümperlin überzeugt.