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Optimus-Studie: Sexuelle Übergriffe sind für viele Schweizer Kinder und Jugendliche bittere Realität!

Sexuelle Übergriffe sind für viele Schweizer Kinder und Jugendliche bittere Realität: So geben laut der eben veröffentlichten Studie 22 Prozent der Mädchen und 8 Prozent der Jungen an, schon mindestens einmal einen sexuellen Übergriff erlebt zu haben, bei dem es zu körperlichem Kontakt kam. Von den betroffenen Jugendlichen suchen aber nur gerade drei bis fünf Prozent professionelle Hilfe oder melden den Missbrauch. Die Folge: eine sehr hohe Dunkelziffer. Die repräsentative Studie der Optimus-Foundation, die rund 6700 Jugendliche erfasste, zeigt deutlich auf, dass die Mehrheit der Täter gleichaltrig, männlich, in einer intimen Beziehung mit dem Opfer oder ein Kollege des Opfers ist. Und fast jedes dritte Mädchen und etwa jeder zehnte Knabe sind von sexuellen Übergriffen via elektronische Medien betroffen.

Die Stiftung Kinderschutz Schweiz ist von den Ergebnissen der Studie nicht überrascht, begrüsst aber die Tatsache, endlich über aktuelle Zahlen und Statistiken zu verfügen. Dazu Myriam Caranzano, Kinderärztin und Stiftungsrätin der Stiftung Kinderschutz Schweiz: «Wenn ich sehe, auf wie viele Fälle wir bei unserer Arbeit stossen, so erstaunen mich die Zahlen der Optimus Studie nicht. Jetzt kann wirklich niemand mehr behaupten, wir hätten kein Problem mit Gewalt gegen Kinder.»

Für Ronja Tschümperlin, Leiterin der Fachstelle ECPAT Switzerland, bestätigen die Zahlen frühere Studien, aber sie bringt auch neue Fakten zum Täterprofil. «Meist handelt es sich bei jugendlichen Tätern nicht wie bisher angenommen um Familienmitglieder, sondern um gleichaltrige Bekannte der Opfer - oft sogar Liebespartner oder Dates. Nur bei jüngeren Kindern sind es immer noch vermehrt TäterInnen aus dem Umfeld der Familie.»

Ein massiver Anstieg ist bei der Cyberviktimisierung festzustellen, also sexuelle Übergriffe im Zusammenhang mit dem Internet. Für Ronja Tschümperlin ist deshalb klar: «Mit diesen Resultaten und Erkenntnissen gilt es nun bestehende Präventionsangebote zu überprüfen und die daraus gewonnen Erkenntnisse in neue Angebote einfliessen zu lassen.»

Die Studie «Sexuelle Übergriffe an Kindern und Jugendlichen in der Schweiz» können Sie im Anhang herunterladen, weitere Informationen unter Optimus Foundation.

AnhangGröße
Optimus_Studie_2012_d.pdf3.72 MB