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Vorstoss für ein Freiwilliges Vor-Kindergartenjahr

Das Lernen und Werden des Kindes entwickelt sich im Wechselspiel zwischen Veranlagung und sozialem Umfeld. Das Lernen beginnt ab Geburt. Ab dem 3. Lebensjahr rückt das Zusammensein mit anderen Kindern ins Zentrum des kindlichen Interesses.

Viele Eltern ermöglichen ihren Kindern deshalb den Besuch einer Kindertagesstätte oder einer zeitlich etwas umfassenderen Spielgruppe. Der Besuch dieser Angebote ist für Familien mit mittleren und tiefen Einkommen teuer. Das führt dazu, dass diese Einrichtungen zunehmend von Kindern besucht werden, deren Eltern über ein hohes Bildungsbewusstsein und genügend finanzielle Mittel verfügen. Eine solche Entwicklung ist aus der Sicht der Chancengleichheit fatal.

Jacqueline Fehr, Präsidentin der Stiftung Kinderschutz Schweiz und Nationalrätin, versucht mit einem politischen Vorstoss die Bundesverfassung mit einem Artikel zu ergänzen, welcher die Kantone verpflichtet für ein unentgeltliches freiwilliges Vorbereitungsjahr vor dem obligatorischen Grundschulunterricht zu sorgen.

Dies kann durch private, öffentliche oder gemischte Trägerschaften als Spielgruppe, als "Vor-Kindergarten" oder in einer Kindertagesstätte angeboten werden. Den Kantonen soll in der Umsetzung ein breiter Spielraum gegeben werden, damit sie ein Angebot entwickeln können, das ihre Bedürfnisse deckt. Wichtig ist, dass die Übergänge so gestaltet werden, dass sie auf die individuelle Entwicklung der Kinder Rücksicht nehmen.